Februar 22, 2021

BLOG: Matcha & EGCG: Die gesundheitlichen Vorteile

BLOG: Matcha & EGCG: the health benefits

Matcha & EGCG

Matcha wird auf dem westlichen Markt immer beliebter – vor allem aufgrund der gesundheitlichen Vorteile, die Matcha zugeschrieben werden. Doch welche dieser Behauptungen stimmen tatsächlich? Und welche Inhaltsstoffe stehen mit diesen angeblichen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung? Beginnen wir mit einer kurzen Einführung in Matcha und warum Matcha oft als gesünder als andere Teesorten gilt.

Unterschied zwischen Matcha-Tee und losem Grüntee

Alle Tees stammen von derselben Pflanzenart ab: der Camellia Sinensis. Der Hauptunterschied zwischen den meisten Teesorten und Matcha besteht darin, dass Matcha ein pulverisierter Grüntee ist. Der Mahlprozess, den Matcha durchläuft, steht in direktem Zusammenhang mit der Menge an Inhaltsstoffen, die aus dem Getränk extrahiert werden können. Mehrere Studien haben bestätigt, dass biologisch aktive Verbindungen – wie Theanin, Koffein, Chlorophyll und Polyphenole – aus pulverisiertem Tee schneller und in höherer Konzentration extrahiert werden als aus losem Blatttee.

Matcha als Superfood

Ein weiterer Grund, warum Matcha manchmal als „Superfood“ bezeichnet wird, ist die hohe Konzentration biologisch aktiver Inhaltsstoffe. Diese hohe Konzentration entsteht durch die traditionelle Verarbeitung von Matcha. Einer der wichtigsten Schritte bei der Herstellung von Matcha ist das Beschatten der Teesträucher für etwa vier bis fünf Wochen, bevor die Blätter geerntet werden. Dadurch entsteht eine Stressreaktion in der Pflanze, wodurch sie auf natürliche Weise mehr Chlorophyll produziert – den Pflanzenstoff, der für die Photosynthese verantwortlich ist.

Während dieses Prozesses produziert die Pflanze außerdem höhere Mengen an Aminosäuren, was zu dem einzigartigen Geschmack und Aroma von Matcha beiträgt. Zu den wichtigsten biologisch aktiven Inhaltsstoffen in Matcha gehören Theanin, Koffein, Chlorophyll und Polyphenole. In diesem Blog konzentrieren wir uns insbesondere auf eine spezielle Gruppe der Polyphenole: die sogenannten Catechine.

Matcha enthält einzigartige Catechine

Catechine gehören zu den phenolischen Verbindungen und sind für ihre antioxidative Wirkung bekannt. Sie kommen natürlicherweise in hoher Konzentration in den Blättern der Camellia Sinensis vor. Der Catechingehalt in Grüntee ist deutlich höher als in Schwarztee.

Die vier wichtigsten Catechine in Matcha sind:

  • Epicatechin (EC)
  • Epicatechin-3-gallat (ECG)
  • Epigallocatechin (EGC)
  • Epigallocatechin-3-gallat (EGCG)

Von diesen gilt EGCG als die aktivste und am häufigsten vorkommende Verbindung. Diese Catechine besitzen eine starke antioxidative Wirkung, da sie freie Radikale neutralisieren können, die ansonsten menschliches Gewebe schädigen könnten.

Die antioxidative Wirkung von EGCG

Eine häufige Behauptung über Matcha ist, dass er antikarzinogene Eigenschaften besitzt – hauptsächlich aufgrund des Catechins EGCG. Diese Annahme basiert vor allem auf den antioxidativen Eigenschaften von EGCG. Diese können oxidativen DNA-Schäden entgegenwirken und dadurch das Risiko für Mutationen reduzieren, die im schlimmsten Fall zur Entstehung von Krebszellen führen können.

Zur Erinnerung: Krebszellen wachsen abnormal und unkontrolliert und können sich auf andere Körperteile ausbreiten.

EGCG kann außerdem an bestimmte Zielproteine – wie Enzyme und Rezeptoren – binden und dadurch Signalwege hemmen, die für die Entwicklung von Tumoren wichtig sind. Darüber hinaus könnte EGCG sogar die Apoptose (programmierter Zelltod) bösartiger Zellen auslösen.

Obwohl die Wirkmechanismen von EGCG bereits relativ gut verstanden sind, müssen noch viele weitere Untersuchungen durchgeführt werden, bevor eindeutige Aussagen über den Konsum von Matcha getroffen werden können. Viele Studien, die antikarzinogene Eigenschaften von EGCG nachweisen, wurden ausschließlich in vitro durchgeführt – also im Labor mit Zellkulturen und nicht an lebenden Organismen.

Zudem konnten die krebspräventiven Effekte von Matcha in Humanstudien bislang nicht konsistent bestätigt werden. Gründe dafür sind unter anderem Unterschiede im Lebensstil, in der Ernährung, der Ethnie sowie in Menge und Qualität des konsumierten Matchas.

Außerdem ist noch unklar, welche Menge an EGCG notwendig ist, um antikarzinogene Effekte zu erzielen – und ob diese Menge durch Matcha-Konsum erreicht werden kann, ohne die empfohlene tägliche Aufnahme anderer Stoffe wie Koffein zu überschreiten.

EGCG kann freie Radikale neutralisieren

Eine weitere häufige Behauptung ist, dass Matcha die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern und möglicherweise sogar neurodegenerativen Erkrankungen vorbeugen kann.

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Matcha das Arbeitsgedächtnis verbessern könnte. Eine dieser Studien untersuchte die Gehirnaktivität im Frontallappen – einem Bereich des Gehirns, der eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung des Arbeitsgedächtnisses spielt. Die Ergebnisse zeigten, dass EGCG aus Grüntee die Aktivität in diesem Bereich beeinflussen kann.

Eine weitere Studie zeigte, dass Grüntee-Extrakte die Verbindungen zwischen parietalen und frontalen Gehirnregionen stärken können – ebenfalls wichtige Bereiche für das Arbeitsgedächtnis.

Die Annahme, dass EGCG neurodegenerativen Erkrankungen vorbeugen kann, basiert erneut auf seiner Fähigkeit, freie Radikale zu neutralisieren. Tierstudien haben gezeigt, dass EGCG neuroinflammatorische Prozesse reduzieren kann. Da Neuroinflammation eng mit Erkrankungen wie Alzheimer’s Disease und Parkinson’s Disease verbunden ist, wird vermutet, dass EGCG eine vorbeugende Wirkung haben könnte.

Die Einschränkungen dieser Studien ähneln jedoch denen der Krebsforschung: Viele Untersuchungen wurden nicht an Menschen, sondern an Nagetieren durchgeführt. Zudem fehlen klare Angaben darüber, welche Dosierung von Matcha oder EGCG notwendig wäre und wie lange mögliche positive Effekte anhalten.

Darüber hinaus sind viele neurodegenerative Erkrankungen selbst noch nicht vollständig erforscht. Daher ist es derzeit noch zu früh, endgültige Schlussfolgerungen über die Auswirkungen von Matcha zu ziehen.

Matcha & ein gesunder Lebensstil

Auch wenn die bisherigen Studien zu den gesundheitlichen Vorteilen von EGCG in Matcha vielversprechend erscheinen, ist noch weitere Forschung notwendig, bevor eindeutige Aussagen getroffen werden können.

Was wir jedoch bereits sagen können: EGCG in Matcha ist alles andere als ungesund.

Dennoch sollte man bedenken, dass Matcha kein Wundermittel ist. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung bleiben die Grundlage für eine gute Gesundheit – Matcha kann diese lediglich ergänzen.

Bis dahin gilt: Einfach einen Moment genießen und eine warme Schale Matcha trinken.




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